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Zur konkreten Umsetzung des Leitbildes in einen Studiengang bedarf es einer klaren Vorstellung vom Fach Wirtschaftsinformatik und den benötigten Kompetenzen der Absolventen für ihre berufliche Tätigkeit.
Die Fachdisziplin Wirtschaftsinformatik versteht sich als interdisziplinäres Fach zwischen Informatik und Betriebswirtschaftslehre, wobei sie jedoch mehr als die Schnittmenge der beiden Disziplinen bietet. Der Studiengang integriert deshalb Lehrinhalte aus den Disziplinen Informatik, Betriebswirtschaftslehre und den spezifischen Kerngebieten der Wirtschaftsinformatik.
Gerade bei interdisziplinären und integrativen Studiengängen ist es allerdings unverzichtbar, das spezifische Profil gegenüber Studierenden und Interessenten sowie potentiellen Arbeitgebern hervorzuheben. So werden im vorliegenden Studienangebot die drei genannten Säulen nicht additiv nebeneinander gestellt und vermittelt, sondern im Sinne einer integrativen Wirtschaftsinformatik modular verkoppelt, mit dem Ziel, den Absolventen ein konkretes Berufsbild zu erschließen. Die Studierenden können sich aufgrund der gewählten Fächerkombination für bestimmte Tätigkeiten und Berufe gezielt qualifizieren.
Nach einem für alle Studierenden gemeinsamen Grundstudium können durch entsprechende Spezialisierung im Hauptstudium die Berufsbilder eines
Informationsmanagers oder eines Anwendungsentwicklers angestrebt werden.
Der Erfolg von Unternehmen wird mehr denn je von der Verfügbarkeit und der Qualität von Informationen bestimmt. Der Bedeutungszuwachs von Informationssystemen und ihre strategische Bedeutung führen zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise und zu einem gezielten Informationsmanagement.
Das dem Studium zugrunde liegende Berufsbild eines Informationsmanagers ist demnach gekennzeichnet durch die Fähigkeit zum Managen von Informations- und Kommunikationssystemen in betrieblichen Organisationen. Dies umfasst Gestaltungs-, Betriebs- und Kontrollaufgaben, die vor dem Hintergrund eines zunehmend dynamisierten Unternehmens- und Wettbewerbsumfeldes wahrzunehmen sind.
Voraussetzung dafür sind neben grundlegenden Kenntnissen über den Aufbau und die Funktionsprinzipien von IT-Systemen sowie einem fundierten Verständnis der Wirkmechanismen einer Digitalen Wirtschaft vermehrt Kompetenzen in der Durchführung von komplexen, multipersonellen Restrukturierungsprozessen in betrieblichen Organisationen.
Angestrebt wird demnach ein Manager, der eine effektives und effizientes informationswirtschaftliches Leistungsangebot bereit- und sicherstellen kann. Dies umfasst im einzelnen Aufgaben wie Informationsbedarfsanalysen, die Gestaltung und Funktionssicherung von Unternehmensprozessen, das Management der Unternehmensdaten, die Planung und Verwaltung der informationstechnischen Ressourcen, die strategische Informationssystem (IS)-Management sowie ein IS-Controlling, wobei sich die Bandbreite der Einsatzgebiete im Unternehmen von der IT-Abteilung über die Organisation, das Marketing bis hin zum Controlling erstreckt.
Die Ausbildung der künftigen Informationsmanager beginnt mit den Pflichtfächern der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik, dort insbesondere mit den Veranstaltungen Organisation, Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, Betriebssysteme/Netze und Datenbanken als vornehmlich Grundlagen- und Technologiekompetenzfächer. Es folgen die stärker auf Methodenkompetenz ausgerichteten Fächer Systemanalyse und Software-Engineering.
Eine Schwerpunktsetzung in ein mehr am Informationsmanagement orientierten Studium erfolgt durch die Auswahl der Wahlpflichtfächer wie z.B.
Die Entwicklung von Anwendungssoftware findet heute nicht mehr in den Ein-Mann-Projekten der frühen Datenverarbeitung statt, sondern in komplexen sozialen, ökonomischen und politischen Systemen unter Einbeziehung hochtechnisierter, moderner Entwicklungswerkzeuge.
So ist das Berufsbild des Anwendungsentwicklers gekennzeichnet durch die Fähigkeit zur eigenständigen und ingenieursmäßigen Erstellung von komplexer Anwendungssoftware in betrieblichen Organisationen. Dies verlangt Kenntnisse der Methoden des Software-Engineering und der Qualitätssicherung, von Datenbanken und Betriebssystemen sowie Methodensicherheit und Erfahrungen in der Abwicklung von SE-Projekten.
Fähigkeiten in der Organisation und Koordination von zeitlich limitierten Entwicklungsaufträgen und deren Durchführung im Team sind ebenso unerlässlich wie ein hohes Maß an Führungsqualitäten zur Bewältigung kooperativer Teamarbeit.
Die Grundlage für die Ausbildung der künftigen Anwendungsentwickler wird in den Pflichtfächern Betriebswirtschaftslehre und den Pflichtveranstaltungen Wirtschaftsinformatik, insbesondere in den Veranstaltungen Programmierung und Organisation, sowie Datenbanken und Algorithmen/ Datenstrukturen gelegt.
Die eigentliche Schwerpunktsetzung erfolgt durch das Fach Software-Engineering und zum Teil auch durch Systemanalyse sowie die Auswahl der Wahlpflichtfächer.
Strategisches Informationsmanagement befasst sich mit der Gestaltung betrieblicher Informations- und Kommunikationssysteme unter dem Aspekt des Wettbewerbvorteils.
Die Ressource Information wird als zentraler Erfolgsfaktor begriffen, den es sowohl produkt- als auch prozessseitig gezielt einzusetzen gilt. Basierend auf der Porter'schen Mangementlehre werden diese an Bedeutung zunehmenden Leitungsaufgaben operationalisiert und anhand von Fallbeispielen griffig gemacht.
Der Studiengang Wirtschaftsinformatik verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich des strategischen Informations- und Technologiemangements in Industrie- und Beratungsunternehmen. Dies wird belegt durch umfangreiche Beratungs- und Projekttätigkeit.
Betriebliche Anwendungssysteme sind die Gesamtheit aller Administrations-, Dispositions-, Planungs- und Kontrollsysteme und die zugehörigen Daten für ein konkretes betriebliches Anwendungsgebiet. Anwendungssysteme durchdringen die Wertkette und werden eingesetzt in Unternehmen jeder Größe, für alle betrieblichen Arbeitsgebiete wie Beschaffung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung, in allen Branchen wie Industrie, Handel, Banken und Dienstleistungen sowie auf Rechnern aller Größenklassen und mit unterschiedlichen Architekturen.
Der Studiengang Wirtschaftsinformatik verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Enterprise Resource Planning, Supply Chain Management und Tourenplanung für Industrie- und Handelsunternehmen. Die besondere Stärke in diesen Themen wird u.a. dokumentiert durch umfangreiche Projekttätigkeit, Technologietransfer und Kooperationen mit der Berufpraxis.
In die Lehre wurde bereits Anfang der 90er Jahre SAP R/3 als Wahlpflichtangebot aufgenommen und konsequent funktionsübergreifend, prozessorientiert ausgebaut. Der Studiengang arbeitet hier intensiv mit dem Schwerpunkt Controlling des Studiengangs Betriebswirtschaftslehre zusammen im Sinne der Integration aller Funktionsbereiche.
Für die Zukunft ist geplant, insbesondere die Konzeption und Gestaltung dezentraler kooperierender Systeme stärker zu fokussieren.
Groupware als die Computerunterstützung gruppenorientierter Arbeitsabläufe liegt im Trend der Informationsverarbeitung. Seit Jahren gilt Lotus Notes als die softwaretechnische Realisierung dieser Idee.
Die Fachhochschule trägt dieser Entwicklungsrichtung Rechnung, in dem sie Praxisprojekte zu dieser Thematik anbietet, die fest in den Vorlesungszyklus verankert sind. Außerdem ist sie eine der wenigen Hochschulmitglieder der Deutschen Notes User Group.
Datenbanken repräsentieren eine der Grundtechnologien der Wirtschaftsinformatik. Sie werden eingesetzt im Büro, in Online-Transaktions-Anwendungen, im Data Warehouse und Data Mining und vielen anderen Anwendungen.
Die Größenordnung skaliert dabei von persönlichen Datenbanken über operative Datenbanken bis hin zu Dataware-House-Anwendungen im Terrabyte-Bereich.
Seit 1987 bildet die Ausbildung in Datenbanksystemen einen Schwerpunkt des Wirtschaftsinformatik-Studiums in Flensburg. Dabei sind die wechselnden Plattformen (Zentralrechner, PC-Systeme, Internet) ebenso berücksichtigt worden wie spezielle Anwendungen (kommerzielle Programmierung, Expertensysteme, ERP-Systeme, objektorientierte Programmierung und Datenbanken sowie Website-Entwicklung und Datenbanken).
Neben dem Datenbank-Grundkurs bestehend aus relationalen Datenbanksystemen, Datenbanktechnik und Datenmodellierung wird ein Datenbank-Praktikum mit praktischer Arbeit in Datenbank-Design, Anwendungsentwicklung und Tuning angeboten. Außerdem gibt es im Rahmen des Diplom- und Masterstudiengangs ein Datenbank-Seminar mit speziellen und aktuellen Themen aus der Datenbankwelt, wie z.B. XML und Datenbanken, Data Warehouse und Data Mining, verteilte und mobile Datenbanken oder multimedialen Datenbanken.
Der Kontakt mit ehemaligen Studierenden auf den Alumni-Treffen hat ergeben, dass diese über Jahre von dieser Ausbildung profitieren. Das erweist sich auch durch die Anzahl der Studienabgänger, die unmittelbar zu einem Datenbankanbieter (Oracle) gehen.
Die Ausbildung in Datenbanken wird von den Ehemaligen als ein Schwerpunkt des gesamten Wirtschaftsinformatik-Studiums in Flensburg wahrgenommen wird und bedeutet nach Aussagen der Studierenden "einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Hochschulabsolventen"
Objektorientierung ist in der Softwareentwicklung prinzipiell ein altes Paradigma. Bereits in den frühen normativen Vorstellungen zu den Prinzipien der Softwareentwicklung wurde die Basis für die heute allseits akzeptierten Vorgehensmodelle und Entwicklungstechniken entwickelt. Die Zusammenarbeit der Fachhochschule Flensburg mit einem großen Softwarehaus garantiert gerade in dieser Frage einen ständigen Austausch (in beiden Richtungen) zwischen der akademischen Sicht und den Anforderungen an ökonomisch effektive Softwareentwicklung.
Jenseits des Modernitätszwanges eines sich schnell entwickelnden und verändernden Paradigmenwandels in der Softwareentwicklung hat sich der Studiengang Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Flensburg sehr früh auf den Weg gemacht, Orientierungsrichtlinien für moderne und objektorientierte Softwareentwicklung zu vermitteln.
Allerdings werden ständig aktuelle Architekturen (z.B. .NET) und Entwicklungsphilosophien (Extreme Programming) ebenso aufgegriffen und mit Studierenden in Arbeitsgemeinschaften bearbeitet.
In vielen Unternehmen bilden Netzwerke heute das Rückgrat der Informationsinfrastruktur. Angefangen von Netzwerken, die nur fünf Rechner verbinden, reicht das Spektrum moderner Lösungen bis zu weltweiten Verbünden, in denen viele Rechnerwelten eine integrative Einheit mit größtmöglicher Produktivität bilden.
Triebfeder für die fortschreitende Vernetzung ist das Internet. Angesichts dieser Tatsache liegt hier ein Schwerpunkt der Wirtschaftsinformatikausbildung. Um diese Einschätzung zu unterstreichen, ist die Fachhochschule als erste Hochschulinstitution in Schleswig-Holstein seit 2001 Cisco Networking Academy. Dieses Angebot existiert seit dem Sommersemester 2001 als Wahlpflichtangebot.